Hase Hase - Handlung
Wie die Karnickel...
„Wir sind stolz, Ihnen mitteilen zu können, dass alles gut geht, es geht alles gut…“
In der anderthalb Zimmer-Wohnung, in der die Familie Hase auf engstem Raum zusammenlebt, scheint vorerst alles in bester Ordnung zu sein. Sohn Bébert studiert Medizin, Vater Hase kriegt bald seine lang ersehnte Gehaltserhöhung und der kleine Hase ist im Gymnasium. Sogar der Ministerpräsident verspricht in seiner Ansage: „Alles geht gut!“ Doch ist diese Idylle der kleinen Menschen dem Untergang gewidmet, als Sohn Jeannot, der vermeintlich in Brüssel arbeitet, plötzlich mit vollen Koffern und der Polizei im Nacken auftaucht. Auf einmal gerät alles ausser Kontrolle. Die bereits verheiratete Tochter Marie will nichts mehr von ihrem Mann wissen, nachdem dieser zu Ihr „Reich mir das Salz“ gesagt hatte und kehrt deshalb nach Hause zurück. Lucie entscheidet vor dem Standesbeamten, dass für sie die Heirat letztlich doch nicht in Frage komme und landet, von ihrem Verlobten Gérard gefolgt, in der kleinen Wohnung der Familie Hase. Und sogar die depressive und manipulative Nachbarin Frau Duperri entscheidet, dass sie zusammen mit Familie Hase in deren kleiner Wohnung hausen will, da sie ihr schliesslich ihre Matratzen geliehen hatte.
Und es kommt noch dicker…
Mama, als Gravitationsfeld der gesamten Familie, muss sich mit der neuen Lage zurecht finden, ob es ihr nun passt oder nicht. Doch ahnt sie nicht, dass dies noch nicht das Ende ihrer Sorgen ist. Bébert, der mit seinem Medizinstudium als letzter Hoffnungsträger der Familie galt, entpuppt sich als Waffenhändler für eine « terroristische » Organisation. Papa findet in dem ganzen Durcheinander endlich den Mut, Mama zu sagen, dass er seit Wochen arbeitslos ist und dass Hase aus dem Gymnasium geflogen ist, weil dieser klüger ist als drei Mathematiklehrer.
Opfer der Revolution
„Meine Damen und Herren, in der vergangenen Nacht ereignete sich auf der Welt ziemlich unerwartete Vorfälle. Es fand eine Art von Umsturz der internationalen Finanzwelt statt…“ So beginnt die Ansage des Nachrichtenmoderators. Bald darauf erfährt Mama Hase, dass bei diesem Umsturz und dem damit verbundenen Regimewechsel in eben jener Nacht auch ihr Sohn Bébert von der neuen politischen Macht festgenommen wurde. Die gesamte Familie schmiedet daraufhin einen Plan, um den Sohn aus den Händen seiner Entführer zu befreien. Was dabei rauskommt, wird hier natürlich nicht verraten. Fest steht aber, dass es noch zu so manchen Überraschungen kommen wird.
Eine Komödie mit zeitgenössischem Charakter
Finanzkrise, Terrorismus und Arbeitslosigkeit. Die Thematik des in den 90er Jahren geschriebenen Stücks, ist aktueller denn je. Was aber auf den ersten Blick düster erscheint, entblösst sich als eine prickelnde Komödie über eine Familie, die durch Dick und Dünn zusammen hält. Aus diesen Gründen gehört „Hase Hase“ auch zu den meistgespielten Theaterstücken seiner Generation.

